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„Jugendfriedenspreis 2014“-Verleihung im historischen Peterhofkeller der Universität Freiburg

„Unsere Preisträger haben sich vorbildlich verhalten. Sie haben sich und anderen klar gemacht: ‚Wir leben in einer Welt.‘“ Mit diesen Worten hob Detlef Dzembritzki, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen (DGVN) und einer der beiden Laudatoren des Abends, die Kernbotschaft des „Jugend-Friedenspreises“ in den Vordergrund. Wir leben in einer Welt und unsere Anerkennung gebührt denjenigen, die sich dafür engagieren, sie friedlich und gerecht zu gestalten.

Die Idee des „DGVN Jugend-Friedenspreises“

Solches Engagement zu honorieren, ist das Ziel des „DGVN Jugend-Friedenspreises“, welcher seit 2012 in Zusammenarbeit mit der Klimaschutz+ Stiftung und der studentischen Hochschulgruppe forUN Freiburg auf Landesebene in Baden-Württemberg vergeben wird und ehrenamtliches Engagement junger Menschen im weiten Aufgabenfeld der Vereinten Nationen ehrt. „Wir Jungen müssen aus unserem Gewissen die Kraft ziehen, etwas zu geben“, zitierte der langjährige Vorsitzende und künftige Ehrenvorsitzende der Jury, Hans-Christof Graf von Sponeck, einen ehemaligen Schüler. Damit wies er auf die Intention des Preises hin – nicht nur herausragende individuelle Leistungen junger Menschen in den klassischen Schulfächern, sondern auch beispielgebende Leistungen im Bereich der gemeinwohlorientierten Verantwortungsübernahme zu würdigen.

Die Preisverleihung in Freiburg

In diesem Sinne haben sich die Mitglieder der beiden Siegergruppen für ein friedliches und gerechtes globales Miteinander eingesetzt, wofür sie bei der Preisverleihung am 31. Januar 2015 im Peterhofkeller der Universität Freiburg mit dem „Jugend-Friedenspreis 2014“ ausgezeichnet wurden. Peter Kolbe, Mitinitiator des Preises, Vorsitzender der Klimaschutz+ Stiftung und Vorstandsmitglied des DGVN-Landesverbandes Baden-Württemberg, würdigte ihr Engagement und dankte ihnen und allen Beteiligten.

Jury-Mitglied Clara Hirschmann überreichte der Kinderrechtegruppe „Team Nojoud“ aus Rastatt wie auch dem Team des „Wildzeltlagers Wildwuchs Westallgäu“ aus Freiburg und der Region Wangen die Urkunde sowie einen Scheck über je 500 €. Mit dem Gewinn verbunden sind ein Sitz in der Jury, welchen die Preisträger für die folgenden zwei Jahre innehaben, und eine einjährige Mitgliedschaft bei der DGVN.

Musikalisch untermalt wurde der Abend durch das „Trio Im Provisorium“.

Das „Team Nojoud“: Bewusstsein für Kinderrechte

„Wir werden unser Preisgeld im Ganzen an ‚terre des hommes‘ spenden“, verrieten die Repräsentanten des zehnköpfigen „Teams Nojoud“. Um Menschen in der Region das Thema „Kinderrechte“ näherzubringen, hatte das Team in den vergangenen Jahren zahlreiche Aktionen auf die Beine gestellt. Dazu zählen die Kampagne „Red Hand“, welche gegen den Einsatz von Kindersoldaten gerichtet ist, und das Projekt „Straßenkinder für einen Tag“. Letzteres gab Kindern ab der sechsten Klasse die Möglichkeit, einen Tag lang einen Einblick in das Leben eines Straßenkindes und so ein tieferes Verständnis für die Situation Millionen anderer Kinder zu erhalten und die eigene privilegierte Situation zu erfahren.

Die Schüler des „Teams Nojoud“, die nun direkt vor dem Abitur stehen, hoben die symbolische Bedeutung des „DGVN Jugend-Friedenspreises“ hervor. Er bilde auf dem Weg in den neuen Lebensabschnitt einen motivierenden Abschluss ihrer Arbeit im Rahmen des Projektes. Die Hoffnung der Gruppe ist, dass durch den Preis neue Aufmerksamkeit auf das Projekt gelenkt wird, die andere dazu motiviert, sich für das schulübergreifende Projekt zu engagieren. Sie selbst wollen sich, dort wo die Ausbildungswahl sie hinverschlägt, weiterhin für das Thema „Kinderrechte“ stark machen.

„Wildwuchs Westallgäu“: ein Zeltlager für soziale Gerechtigkeit

Sich für gerechte Entwicklungsbedingungen von Kindern ungeachtet ihrer Herkunft einzusetzen, ist auch für das Team des „Abenteuerzeltlagers Wildwuchs Westallgäu“ das Hauptmotiv ihrer Arbeit. Die aus etwa 25 Aktiven zwischen 18 und 27 Jahren bestehende Gruppe hatte bereits im Jahr 2013 den „Wildwuchs Westallgäu e.V.“ gegründet, um 40 jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, an ihrem emanzipatorischen und antirassistischen Zeltlager teilzunehmen. Die Gruppe betont, dass das Besondere an ihrem Zeltlager der unterschiedliche Hintergrund der Kinder und der chancengleiche Zugang zur Teilnahme sei. So würden sie ganz bewusst Kinder mit Migrationshintergrund, Sprachbarrieren, Erkrankungen oder aus finanziell schwächeren Familien einladen. „Jeder zahlt nur, was er bereit ist zu zahlen und auch aus finanzieller Sicht vertreten kann“, verriet die Gruppe. Gerade vor diesem Hintergrund sei der „DGVN Jugend-Friedenspreis“ für sie eine Bereicherung weit über den symbolischen Sinn hinaus: „Wir sind auf jede finanzielle Unterstützung angewiesen, schließlich wollen die Kinder ja auch versorgt werden.“

Die meisten Organisatoren des Abenteuerzeltlagers absolvieren ein Studium oder eine Ausbildung im Bereich Pädagogik und sind stolz darauf, den Kindern ein an ihre Bedürfnisse angepasstes Angebot bieten zu können. Diese pädagogische wie auch naturnahe Arbeit hob der Vorsitzende der Kantstiftung, Berthold Lange, in seiner Laudatio hervor: „Die Kunst dabei besteht wohl darin, verborgene Triebe und Knospen zu entdecken und freizulegen und so Energien für eine positive Weiterentwicklung zu wecken.“

Projekte, die inspirieren

Auch Bürgermeister Ulrich von Kirchbach betonte – mit einem Zitat Mark Twains – den wertvollen pädagogischen und friedenspolitischen Hintergrund der beiden Projekte: „Viele haben vergessen, wo die Friedenspfeife vergraben ist; aber keiner vergisst, wo das Kriegsbeil begraben ist...“. Genau deshalb könne es „gar nicht genug dieser Preise geben“, pointierte der Bürgermeister für Kultur, Jugend, Soziales und Integration der Stadt Freiburg. „Die Ausrichtung eines solchen Preises ist der Weg zur Förderung des Friedens und zur Werbung für das soziale Miteinander – gerade für junge Menschen“, so Kirchbach.

Worte, die Hoffnung darauf machen, dass der „Jugend-Friedenspreis“ auch im kommenden Jahr wieder an engagierte Menschen vergeben werden kann, die das umsetzen, was den Organisatoren des „Wildzeltlagers Westallgäu“ wie auch dem „Team Nojoud“ so vorbildlich gelungen ist. Und Worte, die daran erinnern, wofür auch alle Redner einstehen: eine friedlichere Welt, in der es nicht um ein Nebeneinander, sondern um ein Miteinander geht. Denn, um noch einmal die zu Anfang zitierten Worte Herrn Dzembritzkis zu wiederholen:

„Wir leben in einer Welt.“

Melanie Zimmer


 

Von Links: Hans C. Graf von Sponeck, Peter Kolbe, Clara Hirschmann, Frederic Laffin, Lena Sachs, Florenz König, Sophie Uhing, Marie-Lena Bertsch, Sarah Körber, Ronja Fischer, Berthold Lange, Jan Fischer, Detlef Dzembritzki

Preisverleihung am 31.1.2015

Es ist wieder so weit!


Am Samstag, den 31. Januar wird der Jugendfriedenspreis das dritte Mal vergeben.  Damit werden Jugendliche geehrt, die sich ehrenamtlich in ihrer Freizeit für das friedliche Miteinander im Geiste der Vereinten Nationen engagieren.
Veranstaltungsort ist wie im letzten Jahr, der Peterhofkeller in Freiburg.
Falls jemand von euch Lust bekommt, sich das Ganze einmal persönlich anzuschauen, kann er gerne Bescheid geben unter der Email-Adresse: info@jugendfriedenspreis.de


Wir freuen uns auf eine schöne Preisverleihung!


 

Report about the 14th World Summit of Nobel Peace Laureates 12th - 14th December 2014; Rome, Italy

Teile des Organisationsteams des Jugendfriedenspreises hatten die Ehre am World Summit of Nobel Peace Laureates 2014 in Rom teilzunehmen.

Der folgende Artikel soll helfen, die Inspiration, die wir von den Friedensnobelpreisträgern erhalten haben, auch an alle anderen, für den Frieden Aktivierten, weiterzugeben:

Today, we live in a world which is facing a constantly growing connectivity as well between states as between people themselves.

In today´s world it is not possible anymore to be unaffected by somebody else´s actions. As everything becomes more global, our world is constantly growing smaller and threats like war, poverty, illness and the strive for human rights are more acute than ever.
Every day when we turn on the news, we hear about new killings in Syria, alarming numbers of people dying from Ebola and uprisings being beaten down by the military forces of a dictatorship as it can be seen in Yemen at the moment. The Arab Spring started in 2010 and all the demonstrations coming along with it are just few of many examples of humans expressing their urge for freedom, equality and the chance of survival. And all above those: Their wish for peace.

But what is peace, how can it be defined and most importantly: How can peace be achieved?

A question many people ask themselves and which was also chosen to be the main subject of the „14th World Summit of Nobel Peace Laureates“ taking place in Rome from the 12 up to the 14th of December 2014. Therefore, eleven Nobel Peace Laureates, numerous Nobel Peace Laureate Organizations and 120 students from all over the world attended the summit in order to give a deeper meaning to the summits´ title: „Peace. Living it!“

During several sessions which took place in the mornings, the Nobel Peace Laureates - among which were the 14th Dalai Lama, Leymah Gbowee, Maread Corrigan, José Ramos-Horta, Jody Williams, Betty Williams, Melissa Fleming, Tawakkol Karman, Shirin Ebadi and Lord David Trimble – and several Nobel Peace Laureate Organizations, discussed not only the question of peace, but also all the subjects coming along with the wish to create a better world.

„Peace cannot be achieved without equality“ stated his holiness the Dalai Lama, Nobel Peace Prize winner from 1989. Patricia de Lille, Mayor of Capetown, agreed with his statement and referred directly to Nelson Mandela in honor of whom the summit was held. „Nelson Mandela taught us tolerance“ she pointed out. „He never gave up believing in tolerance. We should continue this vision of his.“

Jody Williams, Nobel Peace Prize Winner from 1997, affirmed accordingly: „I do not like everybody. But does that mean that I just want a better world for the people I like?“

José Ramos-Horta, the United Nations' special Representative and Head of the United Nations Integrated Peacebuilding Office in Guinea-Bissau pointed out: „Do not overestimate yourself and don´t underestimate the others. That leads to miscalculation.“
The Dalai Lama soon made clear that from his point of view violence and anger and all similar emotions are only in the mind of people. „They are eating our immune systems,“ the head monk of the Gelug school of Tibetan Buddhism, added. „What is important in the struggle for peace is self-confidence in our strength, respect and human friendship based on trust.“ As he stated, it was most important for him to promote human rights and peace through education on a basis of love. „Trust is the counter of fear“, the spiritual leader in Tibetan Buddhism went on. „The basic nature of humanity is not just thinking „me, me, me“. Regarding the question of peace, it all is about human psychology and emotion.“

Leymah Gbowee who won the Nobel Peace Prize in 2011 for her struggle for womens´ rights, agreed with that. “It is important to pour our anger in a non-violent container,“ the Liberian peace activist stated. „This is what differs us from people like Hitler. We all show this characteristic of anger, but every time you are angry take one step back. Things can be solved quietly, even if it is challenging. Just think of Rosa Parks, Nelson Mandela, Gandhi and the Dalai Lama.“

The importance of dialogue, negotiation and the rejection of militarism were often addressed and can easily be regarded as the summits´ framework.
That we should value each other was made especially clear when the Mayor of Cape Town apologized to the Dalai Lama who had not been granted his visa to South Africa where the summit was originally supposed to be held in October this year.
The Capetown´s Mayor invited him again to come and visit her country and thereby referred for the second time to the tolerance teached by Nelson Mandela.

Director of the Albert Schweitzer Institute, David Ives, made a statement which emphasized the importance of this aspect: „It is really hard to kill people when you think that they are something special.“
„We have to start promoting these values really soon“, pointed out the Dalai Lama, again referring to the importance of education. „Show cartoons of people helping each other to a kid of the age of two,“ he advised. „Create positive emotions right from the beginning.“
Tawakkol Karman who, as the first Arab woman, had won the Nobel Peace Prize in 2011 alongside with Leymah Gbowee, lighted another aspect: „Peace does not just mean to end wars. It means to stop injustice, it means to prevent war, to empower women, giving education and access to fresh water to anyone, to end corruption and having the right to speech. There are many wars inside the nations. People are killed by their dictators. The meaning of peace is answering the people who stand up for their rights. Would you live in a democracy if your grandfather and grandmother would not have stood up for themselves? Please answer me! In Yemen, we will do the same. We will arrive there!“

José Ramos-Horta brought up another important question and with it entered another theme into the discussion: The role of our environment.

„Is the thought of a sustainable world realistic?“, he asked and referred to the alarming rise of the sea level which could be observed during the last years and our impact on climate change and global warming as a whole. „It is possible to create a more sustainable world,“ he answered his question himself and therefore gave us - as well as Kawakkol Karman had done it before - a glimpse of hope.
„We can realize it, if we pursue the right strategies“, he explained and especially pointed out the importance of reusable energies and a fair distribution of resources.

Other important aspects were not just discussed during the morning-sessions but also in the framework of workshops which were led by some Nobel Peace Laureates or Organizations in the afternoons. Among these were for example a workshop held by the Yunus Centre bearing the headline „Social Business: A Business for Solving Social Problems“ and another one, organized by the Albert Schweitzer Institute, focusing on the point of immigration.
A further topic which was severely discussed during both the sessions and the workshops was the question of nuclear weapons and military spending. This subject was especially dealt with in the workshop organized by the PRS Finland, IPPNW. All members of the summit were of the opinion that the threat of nuclear weapons is something which has to be abolished.

But how realistic are these visions of a better world?
Can peace really be achieved?

„Whether my word is idealistic or not. Please do not say so,“ the Dalai Lama stated. „Because there is no other way to promote a better world.“
„What changes the world is when people come together in order to accomplish a goal,“ Jody Williams, added.

We cannot say whether the summit has contributed to a more peaceful world.
And we cannot conclude whether the imagination of a life in peace is just an illusion or could become reality. But that these people of all ages and from all over the world came together just because they believe that there is a chance to get there in some time or some way, is something which gives us hope and which makes us believe.
As Nelson Mandela said: „It always seems impossible until it is done.“

Melli Zimmer


 

Der Jugendfriedenspreis 2014 steht in den Startlöchern!

Auch im Jahr 2014 soll der Jugendfriedenspreis wieder vergeben werden. Das Ziel ist es, den Bekanntheitsgrad zu steigern und noch mehr Schulen und Hochschulen zu einer Teilnahme zu motivieren.

Noch ist unklar, ob sich weitere Hochschulen Baden-Württembergs (außer den Freiburger Hochschulen) an der Ausschreibung und Vergabe eines Preises beteiligen werden, doch in jedem Falle dauert es nicht mehr lange, bis die Bewerbungsphase beginnt. Spätestens Ende Februar ist es so weit.

Also, wer hat ein tolles Projekt oder engagiert sich? Macht euch schon mal startklar für den Bewerbungsstartschuss!

Die Preisträger stehen fest !!

Am 05. Oktober 2013 fand im historischen Peterhofkeller der Universität Freiburg die Verleihung des diesjährigen DGVN-Jugend-Friedenspreises statt. 

Das Programm der Preisverleihung umfasste die folgenden Punkte:

  • Begrüßung durch Björn Hessert Student und Mitglied im Vorstand des Landesverbands der DGVN Baden Württemberg 
  • Idee des DGVN Jugend-Friedenspreises Peter Kolbe (Mitinitiator des Preises) 
  • Engagement für eine gerechte Welt Christella Langen, Preisträgerin des DGVN Jugend-Friedenspreis 2012 
  • Rolle der Jugend in den Vereinten Nationen Hans C. Graf von Sponeck, Vorsitzender der Jury; Beigeordneter Generalsekretär der Vereinten Nationen a.D. 
  • Laudatio Hr. Berthold Lange, Vorstand Kant Stiftung Freiburg 
  • Ehrung und Statement der Preisträger 
  • Ausblicke Hr. Dr. Laurence Nodder; Gründungsdirektor United World College / UWC Robert Bosch College Freiburg 
  • Umtrunk und Zeit für persönlichen Austausch mit den Preisträgern und Gästen 

Rund vierzig Gäste gratulierten den Preisträgern  "Schlüsselmensch" und "Rock Your Life Freiburg". Zwei Freiburger Studenteninitiativen setzen sich in diesem Jahr im Auswahlprozeß der Jury durch. 
Wir freuen uns die beiden Initiativen mittels der Ehrung als Preisträger des DGVN-Jugendfriedenspreises und dem mit Preis verbundenen Preisgeld in ihrer Arbeit unterstützen zu können.

Zur Darstellung der Preisträger